Bekämpfung krimineller Netzwerke, die illegal mit gefährdeten Wildtieren handeln

Konferenz der Wildlife Justice Commission

21. Februar 2018, 10:00 - 16:15 Uhr

 

Die Welt hat in den letzten 40 Jahren 50% der biologischen Vielfalt verloren und der Hauptfaktor dafür ist die illegale Ausbeutung und Entnahme der Naturschätze (Wilderei, illegale Abholzung und Fischerei) und der illegale Handel mit Wildtierprodukten.
 
Viele gefährdete Arten stehen kurz vor dem Aussterben, die Meeresumwelt und Fischbestände kollabieren und natürliche Lebensräume gehen durch illegale Abholzung für immer verloren.
 
Zusätzlich zur Beschleunigung des Verlustes an der Biodiversität destabilisieren Wildtierverbrechen Gesellschaften, beeinflussen sie lokale Gemeinschaften (z.B. das Töten von Rangern und Wilderern, die Familien mittellos machen können, indem deren Einnahmequelle verschwindet), erhöhen sie globale Gesundheitsrisiken (Verbreitung von Krankheiten durch Konsum und Transport), und fördern sie Korruption sowie andere Arten von Hilfsverbrechen wie Geldwäsche und Betrug.

Die Wildlife Justice Commission (WJC) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Den Haag, Niederlande. Die WJC unterstützt Staaten, Behörden und Partner bei der Bekämpfung von transnational organisierten kriminellen Netzwerken. Die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Strafverfolgungsbehörden und der Aufbau technischer und operativer Fachkenntnisse steht dabei im Vordergrund. Eine wesentliche Aufgabe von WJC besteht in der Sicherstellung von Festnahmen, die zu einer erfolgreichen Strafverfolgung und zur Bekämpfung grenzüberschreitender krimineller Netzwerke im Wildtierhandel führen. Wo es nötig ist, wird die WJC die Regierungen auch dafür zur Rechenschaft ziehen, dass sie bei der Verfolgung von Wildtierverbrechen gescheitert sind.

 
Die WJC nutzt bei ihren Einsätzen und verdeckten Ermittlungen Fallmanagement- und Intelligence-Analyse-Software, die ebenfalls von Strafverfolgungsbehörden eingesetzt wird, damit Beweise und Strafanalysen in einem kompatiblen Format vorliegen.

 

Wegen dieser geschätzten und anerkannten Unterstützung für Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden hat EUROPOL im März 2017 mit der WJC ein Memorandum of Understanding unterzeichnet zum Austausch über technisches Fachwissen und bewährte Praktiken, s. hier.

 

Während dieser erstmals veranstalteten, in die GPEC integrierten internationalen Konferenz, die von Polizisten und Strafverfolgungsbeamten aus aller Welt besucht wird, wird die WJC ihren operationellen Ansatz hinsichtlich der Ermittlungs- und Aufklärungsfähigkeiten vorstellen und weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit diskutieren.

 

Website der WJC: https://wildlifejustice.org/

 

Simultanübersetzung Englisch-Deutsch

Programm
Zeit
Thema
Inhalt
  Moderator: Heinz-Dieter Meier Direktor i.d. BPOL (a.D.), heute Berater in den Bereichen ICT, Cybersecurity, Aviation, Public Security und Geospatial Intelligence für DEUTOR GmbH tätig
10:00 Begrüßung
Olivia Swaak-Goldman, Executive Director of the Wildlife Justice Commission
Einführung und Vorstellung
10:10 Wer ist die Wildlife Justice Commission WJC und welchen Beitrag leistet sie gegen Wildtierverbrechen?
Leiter der Ermittlungen der WJC
(Name und weitere Informationen sind klassifiziert)
Der Vortrag wird zeigen, dass der internationale Handel mit Wildtieren ein organisiertes Verbrechen ist und dass die Bekämpfungsstrategien gut koordiniert sein müssen. Er wird die aktuelle Bedrohungslage demonstrieren und aufzeigen, welche Aufgaben die WJC wahrnimmt.
10:30 Verurteilungen erzielen in Malaysia.
Joil Bin Bombon, Senior Assistant Director der Abteilung für Wildtiere und Nationalparks (DWNP / PERHILITAN) Malaysia
Er wird zusammen mit WJC aufzeigen, wie verdeckte Operationen durch die Zusammenarbeit mit der Wildtierabteilung (DWNP / PERHILITAN) zu Verhaftungen geführt hat. Das Modell der Zusammenarbeit wird vorgestellt und es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie zukünftig eine bessere Strafverfolgung sichergestellt werden kann.
11:15 Untersuchung transnationaler organisierter Wildtierverbrechen anhand eines risikobasierten Ansatzes.
Sarah Stoner, Senior Investigations Managerin bei WJC
Sie zeigt auf, wie die WJC ein risikobasiertes Modell entwickelt und angewendet hat. Während dieser Sitzung wird die WJC Fallstudien präsentieren, die die Vorteile eines solchen Ansatzes veranschaulichen.
11:45 Imbiss Messebesuch
13:00 Die Herausforderungen von Ermittlungen zu transnationaler Finanzkriminalität.
Pedro Felicio, Europol
Er wird die Vorteile und Herausforderungen transnationaler Ermittlungen im Bereich der Finanzkriminalität sowie die zunehmende Verwendung virtueller Währungen erörtern.
13:30 Die Notwendigkeit, das schwerwiegende und organisierte Wesen der Tierwelt-Kriminalität zu erkennen.
Dr. Edgardo Buscaglia, Senior Scholar in Law and Economics at Columbia University
Er wird über Parallelen zwischen dem internationalen Handel mit Wildtieren und anderen Formen der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität erörtern. Er war als Berater in mehreren Ländern in Fragen der Sicherheitspolitik und der wirtschaftlichen und transnationalen Kriminalität tätig und dient als Mitglied des Unabhängigen Prüfungsausschusses der WJC.
14:15 Kaffeepause Video über die Arbeit der WJC.
14:30 Die Analyse sozialer Netzwerke zum Verständnis der Netzwerkstrukturen Organisierter Kriminalität.
Sarah Stoner, Senior Investigations Managerin bei WJC
Sie wird erläutern, wie WJC die Aufklärungsarbeit auf die Zusammensetzung von Netzwerken organisierter Kriminalität konzentriert und dazu verschiedene Techniken wie z.B. Big Data Mining und soziale Netzwerkanalyse-Tests einsetzt, um Verbindungen zwischen verschiedenen kriminellen Netzwerken zu identifizieren, die am Handel mit Reptilien beteiligt sind.
14:50 Der Ansatz des Kenyan Wildlife Service zur nachrichtendienstlichen Aufklärung.
Der Leiter des Nachrichtendienstes der Kenyan Wildlife Services (KWS)
Er wird die jüngsten Veränderungen bei der Koordinierung ihrer nachrichtendienstlichen Arbeit und die möglichen Auswirkungen auf den weltweiten Handel mit Elfenbein erläutern. Seit 2009 wird mehr Elfenbein aus Mombasa geschmuggelt als aus jedem anderen Hafen der Welt.
15:20 Der Einsatz von verdeckten Ermittlern.
Der Leiter der Ermittlungen der WJC
(Name und weitere Informationen sind klassifiziert)
Er wird den Einsatz von verdeckten Ermittlern darstellen. WJC setzt verdeckte Ermittler in vielen Ländern ein und kooperiert mit nationalen Strafverfolgungsbehörden, um gemeinsame Ermittlungen voranzutreiben.
15:45 Wie digitale Spuren helfen könnnen, kriminelle Netzwerke aufzuklären und zu bekämpfen.
Dr. Stefanie Frey, Geschäftsführerin, Deutor Cyber Security Solutions Switzerland GmbH
Sie wird die von Deutor-Methode aus der Cybersecurity vorstellen, welche darstellt, wie digitale Spuren den Strafverfolgungsbehörden helfen können, kriminelle Netzwerke zu identifizieren und zu bekämpfen. Kriminelle Netzwerke hinterlassen digitale Spuren bei jedem Schritt des illegalen Geschäftsprozesses und ihrer Lieferketten. In Zusammenarbeit mit allen Beteiligten analysiert Deutor die Vorgehensweise krimineller Netzwerke und erstellt anhand der Ergebnisse einen technischen Entwurf der digitalen Spuren. Der Blueprint enthält Informationen, die von Strafverfolgungsbehörden verwendet werden können, um kriminelle Netzwerke aufzudecken und zu bekämpfen. Die Deutor Methode wird anhand eines aktuellen Projektes vorgestellt.
16:00 Abschluss
Olivia Swaak-Goldman, Executive Director of the WJC
Schlussbemerkungen
Biografien der Sprecher

Bitte hier als PDF herunterladen.

Agenda und Bios hier als Download in Englisch.